Nová ortodoxná synagóga v Košiciach
Die einzige noch aktiv genutzte Synagoge in Košice ist die sogenannte Neue orthodoxe Synagoge in der Puškinova-Straße. Sie wurde in den Jahren 1926–1927 von der Baufirma Hugo Kaboš errichtet. Der Entwurf dieses majestätischen Gebäudes sowie der angrenzenden modernen Schule mit Matzenbäckerei stammt von den Architekten Lajos Oelschläger und Géza Boskó.
Das Bauwerk verbindet orientalische und moderne Architektur mit deutlichen Einflüssen des maurischen Stils. Das Innere wird von vier Säulen getragen, und entlang der Wände verläuft eine Frauengalerie. Eine besonders fortschrittliche architektonische Lösung ist die Heizung durch Warmluftkanäle, die vom Keller in den Boden und in die Fensterbänke führen.
Der reich verzierte Innenraum enthält Glasfenster mit biblischen Motiven sowie eine Menora und eine Chanukkia. Erhalten ist auch der Almemor (Toralesepult), über dem ein zentraler Kronleuchter in Form des Davidsterns hängt. Über dem Toraschrein (Aron haKodesch) befindet sich eine hebräische Inschrift mit der Bedeutung: „Bedenke, vor wem du stehst.“
Während des Zweiten Weltkriegs wurden hier Juden vor der Deportation festgehalten. Ein mahnender Hinweis ist eine erhaltene ungarische Inschrift an der Wand: „Wir waren hier, und wir wissen nicht, wohin sie uns bringen.“
1992 wurde an der Fassade eine bronzene Gedenktafel enthüllt, die an die 12.000 aus Košice deportierten Juden erinnert. Heute finden Gottesdienste nur noch zu zwei hohen Feiertagen statt: Rosch ha-Schana (Neujahr) und Jom Kippur (Versöhnungstag).



















