Židovské kasíno v Košiciach

Im Jahr 1893 gründete die jüdische Gemeinde in Košice den sogenannten Kaschauer Gesellschaftskreis – ein Kasino sowie einen gesellschaftlichen, Bildungs- und Kulturverein. Sein erstes Domizil befand sich ab 1895 direkt in der Hlavná-Straße, wo die jüdische Gemeinde damals auch ein Café betrieb.

Im Jahr 1910 wurde jedoch ein neuer Palast in der Roosevelt-Straße in der Nähe des damals prestigeträchtigsten Hotels Schalkház errichtet. Dieses wunderschöne Jugendstilgebäude, entworfen vom Architekten Koloman Beck, wurde zum Jüdischen Kasino. Der prachtvolle Palast bot vielfältige Nutzungsmöglichkeiten für die gesamte Gemeinde – für Geschäftstreffen, kulturelle Veranstaltungen, Feiern, Konzerte und Vorträge.

Zum Kasino gehörten ein Bankettsaal, ein Café, ein Lesesaal, eine Küche sowie auch Unterkunftsmöglichkeiten. Was einst ein lebendiger Mittelpunkt des jüdischen gesellschaftlichen Lebens war, wurde nach dem Krieg im Jahr 1962 für fast 30 Jahre Sitz eines Puppentheaters. Das Gebäude wurde der jüdischen Gemeinde erst 1995 im Zuge der Restitution zurückgegeben, jedoch entschied sich die Gemeinde, es zu verkaufen, um die Restaurierung der ältesten erhaltenen Synagoge in Košice zu finanzieren. Heute befindet sich der Palast in Privatbesitz und wird nicht öffentlich genutzt.

Roosveltova 1, Košice
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