Židovský cintorín na Hrádku v Michalovciach
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts hatte die Stadt Michalovce einen der höchsten prozentualen Anteile jüdischer Bevölkerung in der Slowakei, nämlich bis zu 32 %. Es handelte sich um eine lebendige orthodoxe und chassidische Gemeinschaft, die bedeutende Wirtschaftsunternehmen besaß und aus zahlreichen Kaufleuten, Finanzfachleuten und Rechtsanwälten bestand. In der Stadt gründeten sie mehrere Jeschiwot, verschiedene jüdische Vereine sowie Jugend- und Sportklubs. Neben Synagogen und Bethäusern gehörten auch eine Mikwe sowie ein rituelles Schlachthaus zur Einhaltung der koscheren Speisegesetze zum religiösen Leben.
Die jüdische Gemeinschaft von Michalovce wurde während des Zweiten Weltkriegs ihrer sozialen Stellung, ihres Besitzes und ihrer Würde beraubt; nur etwas mehr als 100 Menschen überlebten. Von dieser bedeutenden ethnischen Gruppe ist heute nur noch der Friedhof auf dem Hügel Hrádok erhalten, mit rund tausend Grabsteinen unterschiedlicher Größe und handwerklicher Ausführung. Dort sind auch die Rabbiner Jehuda Landesman und Áron Grünberger begraben. Obwohl die jüdische Gemeinde in Michalovce nicht mehr existiert, wird der Friedhof regelmäßig gepflegt.



















