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Keine Angst vor Weltruinen und Welterlebnissen!

Burg Slanec, See Izra und Militärbunker

Die Region Košice hat bis heute Weltburgen, -schlösser oder einfach nur ihre Ruinen. Seit der Zeit der Romantik ziehen sie die Aufmerksamkeit von Touristen und Wanderern auf sich. Manche stehen auf unzugänglichen Hügeln, andere auf gut erreichbaren Anhöhen oder in Tälern. Als Tipp für einen leichten Ausflug durch die Weltregion Košice bietet sich zum Beispiel die Burg oberhalb der Gemeinde Slanec an. Der bewaldete Hügel, auf dem heute noch der Torso des einst majestätischen Bauwerks steht, hat eine reiche Geschichte hinter sich. Archäologische Forschungen haben eine Besiedlung bereits in der jüngeren Steinzeit belegt, freilich wurde die Burg erst später erbaut. Die strategische Lage lockte mit der natürlichen Versorgung mit Holz, Wild und anderen Naturprodukten. Neben der Geschichte kann man im historischen Park daher auch seltene Bäume bewundern.

Beim Spaziergang durch die Natur hat man kaum Zeit, in Archiven herumzustöbern, doch weise Bücher und Archivalien lieferten das erste schriftliche Zeugnis über die Burg „sub castro Zalanch“ („unter der Burg Zalanch“) bereits am 9. August 1281, und zwar direkt in einer Urkunde des ungarischen Königs Ladislaus IV. Als Burgherren wechselten sich die Abas, Drugeths, Lossonczys, aber auch die Königskrone ab. Im Zuge der stürmischen Eroberungen durch die Bratríci-Bewegung im 15. Jahrhundert wurde die Burg jedoch schwer beschädigt und wechselte später umso öfter ihre Besitzer. Nach Ausbruch der antihabsburgischen Aufstände wurde sie 1605 von Haiducken eingenommen, später von den Kuruzen-Einheiten des Emmerich Thököly. Als sich die kaiserlichen Truppen näherten, setzten Kuruzen die Burg in Brand und flohen. Kurz darauf wurde die Burg auf Befehl von Kaiser Leopold vollständig zerstört. Sie verfiel mehr als 130 Jahre, doch 1815 ließ der Gutsbesitzer Jozef Forgách überraschend den zentralen Burgturm (Donjon) restaurieren und darin ein Familienmuseum errichten, das bis 1937 bestand. Während des Zweiten Weltkriegs brannte der Turm vollkommen aus, um die Jahrtausendwende brach er dann fast vollständig zusammen. Heute wird das nationale Kulturdenkmal jedoch von der Bürgervereinigung Für Rettung der Burg Slanec (slow. OZ Zachráňme hrad Slanec) restauriert und in 2019 wurde hier ein Lapidarium eröffnet.

Das Wahrzeichen der Ruine ist der Turm „Nebojsa“ (dt. keine Angst oder ´der Furchtlose´) sowie das wunderschöne erhaltene gotische Fenster der ehemaligen Burgkapelle. Der Legende nach lebte eine junge ungarische Königin, gegen die sich ein Teil des unzufriedenen Adels auflehnte, auf der Burg. Die Aufständischen umschlossen Slanec und der Freiherr Forgách sollte die Königin heimlich ermorden. Er brach in ihr Schlafzimmer ein, doch als die erschreckte Königin nackt aus dem Bett sprang, konnte Forgách, fasziniert von ihrer Schönheit, seinen Plan nicht ausführen und half ihr stattdessen bei der Flucht. Zum Dank schenkte ihm die Königin später die Burg.

Aufgrund ihrer Lage ist die Burg von Slanec ein idealer Aussichtsort, von dem aus du die Ostslowakische Tiefebene, die Gebirge Slanské vrchy und Zemplínske vrchy bewundern kannst. Unterhalb der Burg stand einst das Herrenhaus der Familie Forgách, umgeben von einem Park. Eine Seltenheit darin ist etwa der aus Kalifornien importierte Mammutbaum, der bis zu 4.000 Jahre alt werden kann. Im Park wachsen Buchen, Rosskastanien, aber auch Ginkgo oder Trompetenbäume aus Virginia.

Tipps für Ausflüge in der Umgebung

Von Slanec sind es nur 5 km bis zur Gemeinde Slanská Huta, wo sich ein Teil eines einzigartigen Systems von 50 Militärbunkern aus den Jahren 1937-1938 befindet, die wegen des Münchner Verrats jedoch nicht im direkten Kampf genutzt wurden. Die durchgehende Linie zieht sich bis zu den Gemeinden Kuzmice und Michaľany. In Slanská Huta befinden sich zwei Bunker in einem privaten Garten in der Nähe des Fußballplatzes. Weitere findet man in den umliegenden Wäldern mithilfe von Kartenmarkierungen. Die Bunker wurden für eine Besatzung von 7 Soldaten – Maschinengewehrschützen – gebaut. Die Eisenbetonwände sind 60-80 cm dick, dabei ist die Frontwand am stärksten.

In der Nähe von Slanská Huta befindet sich auch der natürliche See Izra, der durch einen Erdrutsch und Absturz einer Felswand und die dadurch gebildete Absperrung des Bachtals entstanden ist. Hinter diesem natürlichen Damm wurde eine Wasserfläche mit 3,7 ha geschaffen. Sie ist 250 m lang und 210 m breit. Markierte Wanderwege durch dieses Gebiet führen zu den Naturschutzgebieten Veľký Milič, Malý Milič und Marocká hoľa, für die Buchen- und Eichenwälder kennzeichnend sind und die auch Heimat vieler Greifvögel sind. Der Izra-See ist ruhig und macht einen einsamen Eindruck, was häufig jedoch nicht vom Nachteil ist. Man kann dort schwimmen und Boot fahren, am Ufer gibt es die Möglichkeit zum kleinen Imbiss sowie eine bescheidene Unterkunft. Die umliegenden Wälder sind saisonbedingt voller Waldbeeren und Pilze. Der See ist von der Gemeinde aus über eine befestigte Straße erreichbar.

Slanec liegt 22 km von Košice entfernt und ist mit Auto, Bus und nach einem anspruchsvollen Aufstieg auch mit dem Fahrrad erreichbar. Aus der Kreisstadt führt die Ausfallstraße Nr. 552 durch die Siedlung Nad Jazerom in Richtung Bohdanovce. Direkt in der Gemeinde Slanec befinden sich Wegweiser zur Burg und zum Parkplatz unterhalb der Burg mit umfangreichen Informationstafeln.


Dienstleistungen in der Umgebung

Restaurat Izra, Slanská Huta 92

Hütte mit Imbiss am Izra-See, Slanská Huta 99

Restaurant Pizza Salančanka, Hlavná 207/ 122, 044 17 Slanec