Serényiho cisterna
Das Plešivec-Plateau ist ein Kalksteinplateau im Nationalpark Slowakischer Karst, das sich etwa 400 Meter über das umliegende Gelände erhebt. Es ist eine slowakische Besonderheit und wird metaphorisch mit einem Emmentaler Käse verglichen. Dies liegt daran, dass es von tiefen Löchern übersät ist; insgesamt wurden hier etwa 800 Dolinen sowie 200 Höhlen und Schluchten gefunden. In der Vergangenheit wurde das Plateau zur Viehweide genutzt, was jedoch durch ein erhebliches Problem erschwert wurde – Wassermangel. Die Lösung war die Serényi-Zisterne, heute wenig bekannt, aber das einzige technische Bauwerk dieser Art in der Slowakei.
Markierte Wanderwege führen zur Zisterne von den Gemeinden Plešivec und Štítnik (blaue Markierung), Slavec und Kružná (gelbe Markierung) sowie Rakovnica (grüne Markierung).
Die Zisterne ist ein runder Betonkörper mit einem Durchmesser von etwa 15 Metern und einer Tiefe von 3,8 Metern. Ursprünglich sollte sie aus Kalkstein gebaut werden, doch schließlich wurde Beton bevorzugt, da er kein Wasser durchlässt. Der Speicher kann bis zu 960.000 Liter Wasser aufnehmen. In der Mitte ist er durch eine Wand in zwei Hälften geteilt, damit er bei der Reinigung nicht vollständig entleert werden muss. Regenwasser wurde durch 14 gleichmäßig am Rand verteilte Öffnungen gesammelt und anschließend durch Kies, Sand und Aktivkohle gefiltert. Das gefilterte Wasser wurde mit zwei Schöpfbrunnen in Tränken gepumpt. Nach dem Bau versorgte sie etwa 1.600 Rinder, Pferde und Schafe.
Die Serényi-Zisterne wurde 1913 infolge einer langanhaltenden Dürre zu Beginn des 20. Jahrhunderts errichtet. Sie ist nach dem damaligen Landwirtschaftsminister der Österreich-Ungarischen Monarchie, Vojtech Serényi, benannt. Eine Gedenktafel befand sich einst am Ort, wurde jedoch in den 1970er Jahren von Vandalen zerstört. Die Zisterne war bis zum Ende des 20. Jahrhunderts in Betrieb, die letzten Reparaturen wurden 1995 durchgeführt. Im Jahr 2020 wurde über ihre Restaurierung und die Erklärung zum nationalen Kulturdenkmal diskutiert, doch derzeit verfällt sie weiterhin. Es bleibt zu hoffen, dass sie bald restauriert wird.




















