Synagóga v Spišskom Podhradí
Die Zips (Spiš) gehörte schon immer zu den multikulturellsten Regionen der Slowakei. Ein wichtiger Bestandteil ihrer Geschichte war auch die jüdische Gemeinde. Juden siedelten sich ab 1840 in Spišské Podhradie an und kamen aus umliegenden Dörfern der Unterzips; es handelte sich vor allem um Händler und Handwerker. Der rasche Aufschwung der Gemeinde wurde durch die Gründung mehrerer jüdischer Institutionen unterstützt, darunter die Begräbnisgesellschaft Chevra Kadisha, rituelle Bäder (Mikwe) sowie Grund- und später auch höhere Schulen.
Die örtliche jüdische Religionsgemeinde gehörte ursprünglich zur Richtung „status quo ante“, wandte sich jedoch ab den 1870er Jahren unter dem Einfluss von Rabbiner Singer dem orthodoxen Judentum zu. Zu dieser Zeit lebten bereits über 200 jüdische Einwohner in Spišské Podhradie, weshalb 1875 eine Synagoge errichtet wurde. Nach einem großen Brand im Jahr 1905 wurde sie in einem schlichten maurischen Stil wieder aufgebaut.
Die Synagoge diente der Gemeinde bis 1942, als die Deportationen in die Konzentrationslager begannen. Obwohl heute keine jüdische Bevölkerung mehr in Spišské Podhradie lebt, konnte die stark beschädigte Synagoge teilweise restauriert werden und ist derzeit die einzige erhaltene von einst vierzehn Synagogen in der Region Spiš. Das Innere wird von originalen maurischen Deckengemälden, dem Toraschrein und einer Frauengalerie getragen von gusseisernen Säulen geprägt.
Heute wird die Synagoge für kulturelle Veranstaltungen genutzt. Sie enthält außerdem Informationstafeln mit historischen Fotografien, die die Geschichte der jüdischen Gemeinde in der Zips dokumentieren.



















