fbpx
Wohin verschwand Miloj?

Miloj

Inmitten einer Landschaft einen Ort voller Fragezeichen und Geheimnisse zu finden, ist ein ausgezeichneter Tipp für einen Ausflug. Ein solcher Ort könnte in Zukunft auch das Feld an der Straße zwischen den Gemeinden Jamník und Spišský Hrušov werden. Lass dich nicht überholen und entdecke als einer der Ersten den verlassenen Turm einer verfallenen Kirche mitten auf einem Feld. Das landschaftsprägende Bauwerk wirft viele Fragen auf und gibt nur wenige Antworten. Beim Betrachten des Fotos wurdest auch du von einer Reihe von Fragen überrollt: Warum blieb nur der Turm übrig? Warum ausgerechnet hier? Und wo ist der Rest der Kirche? Welche Tragödie hat sich hier abgespielt? Wohin ist die Siedlung Miloj verschwunden?

Ein Teil der Kirche mitten auf einem Feld ist der letzte sichtbare Zeuge des ausgestorbenen und für Historiker etwas mysteriösen Dorfes Miloj. Menschen, die hier lebten, bauten es irgendwann im 13. Jahrhundert und weihten es ursprünglich dem Hl. Stanislaus. Archäologische Untersuchungen ergaben, dass es sich um einen frühgotischen einschiffigen Bau mit einem Westturm handelte. Heute noch sind am Turm sorgfältig bearbeitete Ecksteine ​​und Reste der westlichen Wand des Kirchenschiffs sichtbar. Aufwändige Portale zeugen von meisterhafter Arbeit der Steinmetze. Die erste schriftliche Erwähnung von „Terra Miloy“ findet man in einer Schenkungsurkunde aus dem Jahr 1255, die Kirche erwähnen allerdings erst Quellen aus dem Jahr 1402. Das Dorf Miloj ging wahrscheinlich im 16. Jahrhundert unter und die verlassene Kirche diente als Quelle von Baumaterial für den Bau des Renaissanceschlosses der Familie Csáky im nahe gelegenen Spišský Hrušov.

Über die ausgedörrte Erde, aus der sich der Mais in Richtung Himmel buchstäblich sein Leben erkämpft, in Richtung Turm schreitend, schadet es nicht, zumindest ein paar von den Legenden zu kennen, die im Zusammenhang mit dem Verschwinden von Miloj überliefert sind. Die erste besagt, dass das Dorf das gleiche Schicksal erlitt wie die biblischen Sodom und Gomorra, das heißt, es verschwand in der Hölle, weil seine Bewohner ein unsittliches Leben führten. Die zweite Legende besagt, dass es während eines Erdbebens mitsamt der Kirche in der Erde versank. Wiederum einer anderen Legende nach soll Miloj von einer fürchterlichen Krankheit, wie etwa der Pest, heimgesucht worden sein. Die wahrscheinlichste Erklärung ist die Konstatierung, dass das Schicksal von Miloj in die Zeit zwischen 15. und 16. Jahrhundert fällt, als es auf dem Gebiet Ungarns und Mitteleuropas zum umfangreichsten Veröden und Niedergang von Siedlungen aus verschiedenen Gründen kam. Die häufigsten waren Epidemien, Hungersnöte, Kriege oder klimatische Bedingungen. Es war eine Zeit des Hungerns, die Menschen gaben die Hoffnung auf eine Verbesserung der Situation auf und verließen massenhaft ihre Häuser und Wirtschaftshöfe. Sie versuchten, sich in Tälern oder in der Nähe von Flüssen niederzulassen, wo die angeschwemmten Ablagerungen einen reichhaltigeren und hochwertigeren Boden für den Anbau landwirtschaftlicher Nutzpflanzen schufen. Das untergegangene Dorf Miloj hatte wahrscheinlich keine ergiebige Oberflächenwasser-Quelle, so dass die Dürre die Menschen zwang, ihre Häuser zu verlassen und anderswohin umzusiedeln, näher an Fluss- oder Grundwasser.

Tipps für Ausflüge in der Umgebung

Nur wenige Kilometer von den Toren der Städte Spišská Nová Ves oder Levoča entfernt zu sein bedeutet, dass man als Tourist seine Reise durch das Kaschauer Weltparadies mit einer Reihe attraktiver Orte bereichern kann – vor allem mittelalterlicher Orte, die allgemein bekannt und in der touristischen Informationsbasis beschrieben sind. Sollte jedoch der Wunsch nach Abkühlung oder der Ruf der Wildnis stärker ist als die Tore der städtischen Denkmalschutzgebiete, dann sollte man auf die Stimme seines Herzens hören und sich in den nördlichen Teil des nahe gelegenen Slowakischen Paradieses, nach Poráč oder in die Hohe Tatra in die Natur aufmachen.


Dienstleistungen in der Umgebung

Pension Sypanec, Spišský Hrušov 

Pizza Timas, Jamník 289, 05322