Kaplnka Panny Márie Snežnej v Úhornej

Einer Legende zufolge pflügte ein Mann auf einem Feld bei Štós, als er ein kleines Bild der Heiligen Mutter, der Helferin, aus der Erde hervorholte. Zunächst konnte er nicht genau erkennen, was auf dem Boden lag. Als er sich bückte und sein Gesicht sowie seine Augen mit Wasser aus einer Pfütze wusch, verbesserte sich sein Sehvermögen sofort. Das Bild brachte er in die Kirche von Úhorná, doch nach einem Jahr verschwand es. Bei einer späteren Feldarbeit wurde es an derselben Stelle erneut gefunden. Man erzählte außerdem, dass Schnee, der auf diesen Ort fiel, sofort zu Steinen wurde. Diese Ereignisse galten als Wunder und wurden als göttliches Zeichen zum Bau einer Kapelle oberhalb von Úhorná verstanden.

Die erste hölzerne, mit Schindeln gedeckte Kapelle wurde 1813 von der Witwe des Grafen Štefan Andrássy errichtet. An dieser Stelle entsprang auch eine ergiebige Quelle, die mit weißen Steinen eingefasst wurde. Schon bald kamen Mütter mit sehbehinderten Kindern hierher, wuschen deren Augen mit dem Quellwasser und berichteten von Heilungen. Neben der Quelle befinden sich zwei Grotten mit Statuen der Jungfrau Maria und des leidenden Christus. Mit dem Ausbau des Wallfahrtsortes wuchs auch die Zahl der Pilger von Jahr zu Jahr.

Da die alte Kapelle zu klein geworden war, sammelten die Einwohner von Úhorná Geld für einen Neubau. Der Bau wurde auf Initiative von Pfarrer Herko begonnen und am 10. August 1941 feierlich geweiht. Im Inneren befindet sich ein Altar mit barockem Aufbau und einer Kopie des Bildes der Schwarzen Madonna aus dem 17. Jahrhundert.

Seitdem finden hier jährlich Wallfahrten statt, zu denen etwa 15.000 Gläubige aus der Region Spiš und Gemer kommen. Die Gottesdienste werden in slowakischer, ungarischer und deutscher Sprache gefeiert und finden am 5. August, dem Fest Mariä Schnee, statt. Die Berglandschaft des Slowakischen Erzgebirges bietet ideale Bedingungen für Gebet, Besinnung und Erholung. Viele Pilger übernachten unter freiem Himmel, da der Wallfahrtsort weit von bewohnten Gebieten entfernt liegt. Menschen verschiedener Nationalitäten bilden hier eine große Gemeinschaft des Glaubens. Viele Besucher nehmen Wasser aus der Quelle mit, da sie an dessen positive Wirkung auf die Sehkraft, insbesondere bei Grauem Star, glauben.

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