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Die Region Gemer

Die Region Gemer führt Sie geografisch von der Quelle der Gran (Hron) im Norden bis zu den Ausläufern der Cerová vrchovina im Süden, vom Soroška-Pass im Osten bis zu den Serpentinen bei Ožďany im Westen. Gemer grenzt an die Nationalparks Slowakisches Paradies und Muráner Hochebene, im Süden erstreckt sich der wunderschöne Slowakische Karst.

Wenn Sie Erholung im Zauber dichter Wälder, Berge, reißender Bäche und steiler Bergwiesen oder an der blauen Oberfläche von Seen und Teichen finden, kommen Sie in der Region Gemer ganz sicher auf Ihre Kosten. Gemer ist ein Land uralter Kirchen, herrschaftlicher Schlösser und Gutshöfe. Überall wird der Charakter der Region auch durch die erhaltene Volksarchitektur geprägt – im Norden aus Holz in Blockbauweise, im Süden gemauert, mit typischen weißen Säulengängen, unter denen in der Hitze des Spätsommers Girlanden aus rotem Paprika und Büschel goldgelben Maises trocknen. Die katholischen wie auch die evangelischen Kirchen haben künstlerisch wertvolle Schnitzwerke bewahrt – Renaissance- und Barockaltäre, Kanzeln und Taufbecken mit zahlreichen Statuen und Gemälden. Ein einzigartiges Zeugnis der örtlichen Volkskunst sind Kirchenbänke und Decken mit farbenfroher, bemalter Ornamentik. Geprägt wurde die Region durch die reichen Vorkommen an Edel- und Gebrauchsmetallen im Zipser-Gemerer Erzgebirge und deren Verarbeitung. Ein unermesslicher Reichtum des Gebiets sind einzigartige Naturphänomene – Karst- und Eishöhlen im Untergrund dreier Nationalparks: Slowakisches Paradies, Slowakischer Karst und Muráner Hochebene. Darunter sind die Dobschauer Eishöhle und die Ochtinaer Aragonithöhle weltweit einzigartig.

Die bekanntesten Orte

Wer das Gebiet von Gemer betritt, dem entgeht nicht, dass die Region eine reiche Bergbaugeschichte hat. Jahrhundertelang wurden hier wertvolle Metalle abgebaut – Kupfer, Nickel und Kobalt. Davon zeugen das alte Bergbaudorf Stratená und die berühmte Bergstadt Dobschau (Dobšiná). Auch der Marktplatz und die reichen Bürgerhäuser von Rosenau (Rožňava), der größten Stadt Gemers in der Region Košice, lassen das einstige Interesse deutscher Unternehmer an den unterirdischen Schätzen erahnen. Ebenso zeigt die Ausstellung des Bergbaus und Hüttenwesens von Gemer einen Querschnitt durch die Geschichte des Gemerer Bergbaus und Hüttenwesens von der Urzeit bis zur Gegenwart, mit frühen Abbauwerkzeugen, Transportmitteln sowie Markscheide- und Beleuchtungstechnik. In der Ausstellung Bergbau-Arbeitsstätten sind unterirdische Grubenbaue zu sehen, und auf dem Gelände des Bergbau-Erlebniszentrums befinden sich Raritäten – die drittälteste Dampfwalze der Welt und der einzige Dampf-Lastkraftwagen Škoda Sentinel in der Slowakei.

Kein Tourist kommt an den geschichtsträchtigen Denkmälern vorbei, wie der mittelalterlichen, ursprünglich gotischen Burg Krásna Hôrka. Ganz in der Nähe steht das Jugendstil-Mausoleum der Familie Andrássy. Von dort geht es an den Rand des Rosenauer Beckens nach Betliar. Genau hier, inmitten eines Parks im französischen Stil, steht das wohl bekannteste Schloss der Andrássys. Es wurde Anfang des 18. Jahrhunderts im Renaissance-Barock-Stil erbaut. Heute befindet sich darin ein Museum, einzigartig ist auch die Bibliothek, in deren Regalen mehr als 20 000 Bände ruhen.

Die interessantesten gotischen Denkmäler in Gemer verbindet die Gotische Straße, die sich auch in der Zips fortsetzt. https://www.terraincognita.sk/tip-na-vylet-21-za-panmi-z-gemera/

In Gemer stoßen Sie zweifellos auch auf ein einzigartiges geschütztes Naturgebilde, die größte Eishöhle und die erste elektrisch beleuchtete Höhle Europas (seit 1887) – die Dobschauer Eishöhle. Die Ochtinaer Aragonithöhle ist zwar nur 300 m lang, doch ihre reiche Aragonitfüllung ist einzigartig. Zwischen der Slowakei und Ungarn verbirgt sich in einem unterirdischen System die Domica-Höhle, deren Besonderheit das zahlreiche Vorkommen von Fledermäusen ist (rund 1500 Tiere aus 16 verschiedenen Arten). Eine interessante Attraktion ist hier auch die Bootsfahrt auf dem Flüsschen Styx. Wenn wir von Domica weiter nach Osten fahren, sollten wir eine weitere zugängliche Höhle nicht auslassen – die Gombaseker Höhle. Zu ihren Besonderheiten zählt die sogenannte Schwarze Quelle. Eine weitere Höhle, allerdings ohne Führung, ist die einzigartige Silická ľadnica mit ganzjährigem Eisschmuck im unteren Teil. Sie ist die am niedrigsten gelegene Eishöhle der Welt in der gemäßigten Klimazone. Die Krásnohorská-Höhle zählt mit ihrem einzigartigen, 32,7 m hohen Stalagmiten zu den größten der Welt.

Gemer ist ein Land der Blockhäuser, freundlicher Menschen mit charakteristischem Dialekt, aber auch wunderschöner Natur. Hier befindet sich die Stolica (1476 m ü. M.), der höchste Punkt der Region Košice. Locken wird Sie auch der majestätische, 990 Meter hohe Veľký Radzim.

Ein bemerkenswerter Ort ist das Geburtshaus des Schriftstellers und Sammlers slowakischer Volksmärchen Pavol Dobšinský in Kobeliarovo.

Weniger bekannte Orte

In Rosenau sehenswert sind der Wachtturm und das Rathaus.

Südlich von Rosenau liegt ein ungewöhnliches Naturgebilde, der See Farárova jama. Östlich davon diente die Hussitenkirche in Lúčka einst als kleine Festung Johann Giskras von Brandeis und seines Heeres aus ehemaligen Hussiten, wodurch sie den Beinamen „hussitisch“ erhielt.

Das Museum Wassermühle in der Gemeinde Kováčová, das einst der Familie Andrássy von Krásna Hôrka gehörte, besitzt die ursprünglichen technischen Anlagen und Maschinen zum Mahlen von Mehl.

Koceľovce im Tal des Baches Hankovský potok wurde von deutschen Siedlern gegründet, die hierher kamen, um Bergwerke zu eröffnen. Das wertvollste Denkmal ist hier eine gotische Kirche aus der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts.

Die Ranč pod Ostrou skalou liegt in der Nähe der Dobschauer Eishöhle. Sie widmet sich der Zucht von Pferden verschiedener Rassen sowie von Rindern. Anfängern und Fortgeschrittenen bietet sie Reitunterricht, für anspruchsvollere Gäste organisiert die Ranch ein- und mehrtägige Ausritte mit der Möglichkeit, in der Natur zu zelten.

Bei Jablonov nad Turňou ist der mittelalterliche Getreidespeicher Granárium sehr beliebt. Besuchen Sie in Krásnohorská Dlhá Lúka das Handwerkshaus, in Rejdová das Museum der traditionellen Volkskultur, und in Štítnik befindet sich die Anti-Türken-Festung Wasserburg, die einst von großen Sümpfen geschützt wurde.

Auf alle Liebhaber von Adrenalin, schneller Fahrt und guter Unterhaltung wartet in Plešivec (16 km von Rosenau) eine Kartbahn. Erfahrenen Fahrern wie auch der breiten Öffentlichkeit bietet sie eine 650 Meter lange Strecke. Oder fahren Sie nach Brzotín in das Reitzentrum.

Gastronomie

Die Gastronomie dieser besonderen Region, die entlang der südlichen Grenze zu Ungarn den Osten und den Westen der Slowakei verbindet, verweist auf ein außergewöhnlich vielfältiges kulinarisches Erbe – von traditionellen Gerichten bis hin zu lukullischen Leckerbissen nach dem Motto “finom csemege”. Den ungarischen Einfluss schmeckt man in Gerichten aus Rindfleisch, Enten und Gänsen. Unter den Suppen seien die Sauermilchsuppe, die Obstsuppe aus Quitten und die Hammelsuppe genannt. In den örtlichen Küchen wird zum Kochen häufig Schweineschmalz oder Öl verwendet. Um dem Essen ein besonderes Aroma zu verleihen, beginnen die Köche hier nicht ohne Zwiebeln, gemahlenen Paprika oder Majoran zu kochen. Zu vielen Gerichten werden Knödel aus Mehl und Hefe oder aus Kartoffelteig gereicht. Interessant sind auch die Beilagensoßen auf Gemüsebasis. Eines ist jedoch allen Varianten gemeinsam: In Gemer bevorzugt man Speisen in Kugelform. Die Gemerer Klößchen (gemerské guľky), das Essen der Bergleute und Holzfäller, werden aus Kartoffeln und durchwachsenem Räucherfleisch zubereitet und in Tomatensoße oder Sauerkraut mit Soße serviert. Dazu kommen süße Quarkknödel (gombolce) mit Aprikosen sowie Dampfnudeln mit hausgemachtem Pflaumenmus oder Mohn. Interessant sind auch die Formen der Suppennudeln – der typischen gágoriky, die mit Hilfe einer Spindel und eines Webkamms hergestellt werden. Aus Maisgrieß bereitet man die sogenannten škorce mit Mohn zu. Aus glattem Brotmehl werden Hefefladen (posúchy) gebacken, aus Hefeteig ist auch der hubovník – ein herzhafter, mit Pilzen gefüllter Kuchen. Eine der Überraschungen ist die Stachelbeersoße – kaum zu glauben – zum Steak. Unter den Getränken ist der klassische heiße Pálenka-Schnaps beliebt.

Typische Produkte der Region

Die typischen Produkte der Region Gemer entstanden in ihren malerischen Dörfern; Vyšná Slaná und Rejdová sind Beispiele für reiche Folkloretraditionen und Bräuche. In Rejdová ist sogar die ursprüngliche Volksarchitektur zahlreich erhalten, wodurch der Ort zu einer ethnografischen Stätte von gesamtslowakischer Bedeutung wurde. Interessant sind hier gewebte Teppiche und Klöppelspitze. Die Gemerer waren bekannt für das Nähen von Schafspelzwesten sowie für die hochwertige Arbeit ihrer Holzschnitzer und Drahtbinder. Vielleicht ist gerade diese Region der ideale Ort, um ein Holzspielzeug oder ein kunsthandwerkliches Erzeugnis aus einer Schmiede- oder Drahtbinderwerkstatt mitzunehmen. Die Töpferei gab einst Hunderten von Menschen in Gemer Arbeit – wählen Sie aus dem umfangreichen Angebot Gemerer Keramik eine Schüssel oder einen Krug. Nach wie vor beliebt ist die Herstellung lederner Hirtentaschen und lederner Flaschenhüllen, aber auch die hochwertige Schindelherstellung. Zur Zeit des Feudalismus gab es im Gebiet von Gemer – in Dobschau, Rosenau, Štítnik und Vlachovo – mehrere Glockengießereien. Lassen Sie Ihre Reise durch Gemer daher zum Beispiel mit einem symbolischen Glöckchen glücklich ausklingen, das Sie aus dieser Region mit nach Hause nehmen.

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